technikum29 

Museum für Computer- , EDV- und Kommunikationstechnik

Mess- und Experimentaltechnik

Als Bindeglied zwischen der Kommunikations- und Computertechnik haben wir die Mess- und Experimentaltechnik eingefügt. Diese Technik reicht weit in die Vergangenheit zurück und brachte optisch und technisch schöne und interessante Exponate hervor.

Ein Teil der Expenrimentalphysik

Nebenstehendes Bild zeigt einen Teil aus dem Bereich "Experimentalphysik". Auffällig sind die natürlichen Materialen (Holz, Glas, Metall), die hohe Anschaulichkeit und die Tatsache, dass die Funktion der Geräte relativ einfach nachvollziehbar ist. Wir zeigen untenstehend einige der vorhandenen Exponate.

Galvanometer

Fotografie des Universalmeßgerätes

Hier ist ein außergewöhnlich aufwändiges, großes und schönes Universalmessgerät von Siemens & Halske aus der Kaiserzeit abgebildet. Es war seinerzeit üblich, dass selbst reine Gebrauchsgeräte mit geradezu liebevollen Details angefertigt wurden. Dieses Gerät wurde bei der Reichstelegraphenverwaltung ab ca. 1905 eingesetzt.

Foto eines Galvometers

Selbst ein x-beliebiges Galvanometer der 20iger Jahre ist unverkennbar liebevoll, aufwändig und schön gestaltet, obgleich es nur ein einfaches Gebrauchsgerät ist.

Foto eines Spiegelgalvanometers

Zu Zeiten, als es noch keine Messverstärker gab war es ein großes Problem, sehr kleine Ströme (oder Spannungen) zu messen. Daher musste man die Drehspulgeräte sehr empfindlich machen. Dies gelang durch eine "empfindlich" gelagerte Drehspule, die an einem Torsionsdraht hängt. Der reflektierende Spiegel am unteren Ende des Torsionsdrahtes wird durch einen Lichtstrahl angeleuchtet und wirkt damit wie ein sehr langer (Licht-)Zeiger. Damit konnte man "Zeigerlängen" von mehreren Metern simulieren. Ein solches Galvanometer muss absolut waagrecht und erschütterungsfrei stehen.
Das abgebildete Spiegel-Galvanometer von Hartmann&Braun aus den 20er Jahren ist ein durchschaubares funktionsfähiges Demomodell.

Kathodenstrahlröhren

Foto einer Kathodenstrahlröhre

Als es noch kein Fernsehen und kein Oszilloskop gab war die Kathodenstrahlröhre in der Schule eine Sensation. Hier konnten die Schüler zum ersten Mal sehen, dass Elektronen trägheitslos und einfach in ihrer Richtung ablenkbar sind.
Diese Röhre mit Netzteil der Firma Loewe (Berlin Steglitz) ist ein wirklich historisches Exponat aus den 30er Jahren. Sie ist ca. einen halben Meter lang!

Foto eines AEG Oszilloskop

Nach der Währungsreform blühte langsam auch wieder die Produktion der Messgeräte auf. Dieser AEG Oszilloskop wurde 1949 hergestellt. Es ist wohl ein unveränderter Nachbau von AEG aus dem Fundus der späten 30er Jahre. Verwendet wurden Stahlröhren, die 1938 auf den deutschen Markt kamen. Weder die Zeitbasis der Horizontalablenkung, noch die Amplitude der Vertikalablenkung sind geeicht. Das quantitative Messen musste mit Vergleichsgrößen praktiziert werden. Aller Anfang ist mühsam!!

Foto eines Phywe Demooszilloskops

Die "Physikalischen Werkstätten", kurz Phywe, bauten Ende der 50er Jahre ein kleines Demo-Oszilloskop mit welchem man die Beeinflussung des Elektronenstrahls durch elektrische oder magnetische Felder gut zeigen kann. Durch das Vordringen des Mediums "Fernsehen" (damals mit Elektronenstrahl-Bildröhren) in den Alltag wurde diese Technik in den Lehrplänen der Schulen verankert.

Funktechnik

Foto des Neva-Experimentalsystems

Mit Hilfe des NEVA Funktechnik Systems konnte man in den Schulen ab den frühen 50ern Radiobasteln oder auch anspruchsvolle Experimente wie Messen der Wellenlängen im UKW-Bereich über die "Lecherleitung" realisieren. Beim Experimentieren mit einem "offenen Schwingkreis" (Sender) musste man mit recht hohen Spannungen, bis 300 Volt, arbeiten. Solche "Schülerübungen" wären heute aus Sicherheitsgründen absolut tabu.

Digitales Experimentiersystem

Foto des Experimentiersystems für digitale Elektronik

In den 70er Jahren wurde die Funktechnik in den Schulen durch die digitale Elektronik abgelöst. Nebenstehend ist ein noch mit diskreten Bauelementen bestücktes System der Firma Leybold abgebildet. Hiermit kann man binäre Zähler, Schieberegister, Addierer usw. aufbauen. Die Faszination für diese Technik war groß. Doch mittlerweile ist auch hierfür im Unterricht kaum noch Zeit vorhanden.

Die Welt des elektronischen Zählens

Foto der verschiedenen Frequenz- und Ereigniszähler

Zählen als Vorstufe des Rechnens
Zum Schluss zeigen wir noch eine Zusammenstellung von (Frequenz-) Zählern aus verschiedenen Epochen. Dabei befinden sich röhrenbestückte Geräte (mit 57 Elektronenröhren) und solche, die mit diskreten Transistoren (meist Germanium) aufgebaut sind. Sehr interessant sind die verschiedenen Zählröhren (z.B. E1T oder GC10B) und die sehr unterschiedliche Form der Anzeigetechniken. Doch das sollte man besser im technikum29 live in Funktion erleben.