Pianola, Kinomaschine und Anderes
Pianola
Unser Museum ist recht vielseitig. Neben der Kommunikations- und Computertechnik haben wir auch einen Leckerbissen der besonderen Art zu bieten: Eine funktionsfähige Pianola, Bj. ca. 1910-15.
Es ist unglaublich, was die Menschen zu dieser Zeit an Wunderwerken bezüglich Musikautomaten entworfen und hergestellt haben. Verwendet wurden dabei nur sehr einfache und natürliche Materialien:
Darmleder, Leder, Gummi, Holz, Knochenleim, Filz, Metall, Papier, Elfenbein und Glas.
Wenn man das sehr geschickt zusammenbaut, entsteht ein Automat, der heute noch hochtechnisierte Menschen zum Staunen und Raunen bringt. Wir zeigen Ihnen vor Ort wie dieses Gerät funktioniert, erklären die Grundlagen der Pianola-Physik und spielen Musikstücke, die kein Pianist spielen kann! Dabei haben Sie bei geöffneter Verkleidung Einblick in die faszinierende Mechanik.
Pianola
Kinomaschine
Auch das gibt es im technikum29: Eine Kinomaschine aus dem Jahre 1951. Weitere Kinomaschinen aus den 30ern stehen aus Platzgründen im Archiv.
Filmvorführmaschinen beinhalten auch eine recht komplexe Mechanik; schließlich musste die helle und weiße Bildausleuchtung mit Hilfe eines Bogenlichtes zwischen zwei Kohlestiften erzeugt werden. Die als Folge der Verbrennung entstehende Hitze wurde durch einen Kamin abgeleitet! Da die Stifte während der Vorführung immer kürzer werden, müssen sie kontinuierlich aufeinander zu driften, damit deren Abstand und damit die Lichtstärke konstant bleibt. Ansonsten erlischt der Bogen und das Kinopublikum dankt es mit lautstarken Protesten.
Diese Maschine werden wir noch reparieren um Ihnen dann einen originalen Wochenschaufilm aus den 60er Jahren vorführen zu können.
Siemens Demo-Computer
Siemens Lern-Computer
Im Jahre 1973, als Computer noch nicht in der Privatsphäre existent waren und Techniker sowie Ingenieure erst auf diese neuen Errungenschaften geschult wurden, entstand das obige Demonstrationsmodell.
Das recht große Gerät wurde in kleiner Stückzahl für die Ausbildung in der gerade aufblühenden Informatik gebaut. Mit ihm lassen sich noch heute die Vorgänge beim Ablauf von Zyklen und Befehlen sehr anschaulich beobachten. Die Wortbreite mit 4 Bit ist zwar spärlich, dafür bleibt aber die Übersicht gewahrt.
Links lässt sich das Programm mit Hilfe von Steckmodulen generieren. Anhand der Stecker ist sofort die entsprechende Binärkombination ablesbar (quasi eine Übersetzung vom mnemotechnischen Assemblercode auf den Binärcode der Maschine). Der "Rechner" kann im Befehlsmodus oder im Zyklenmodus arbeiten. Dabei sind verschiedene Taktfrequenzen oder eine Einzelauslösung einstellbar. 126 Lämpchen zeigen die Datenflüsse sowie den Status von Registern, Steuerung, Rechenwerk und Arbeitsspeicher an. Das Demomodell entspricht in seiner Gesamtheit einem programmgesteuerten Digitalrechner mit Parallelverarbeitung.
Hier ist ein Programm für die "binäre Addition mit gekoppelten Arbeitsspeicherzellen" gesteckt. Es zeigt, dass die Binärstellenzahl eines Datenwortes nicht unbedingt eine Beschränkung der Zahlenmenge zur Folge hat.
Ein wunderbares Gerät, mit welchem man die Vorgänge elementar verstehen kann, die sich auch heute noch in jedem Computer abspielen.