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heribert
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    15         <p>Seit Dezember 2013 sind wir im Besitz einer schönen und auch sehr interessanten "Elektronischen Rechenanlage" von IBM. Dieser Typ wurde 1965 zum ersten Mal ausgeliefert. Die Anlage war vorwiegend für Wissenschaftler, Ingenieure und Mathematiker konzipiert. Auch für sehr viele Fachhochschulen war dieser Rechner der Einstieg in die elektronische Computerwelt. Die Mittel hierfür wurden schnell bewilligt, wenn man zeigte, dass damit nebenbei die gesamte Verwaltung der Hochschule auf EDV umgestellt werden konnte. So stammt unser Rechner aus der Hochschule Darmstadt, die im Laufe der Zeit von einer "Staatlichen Ingenieurschule" bis zur "UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCE" avancierte. Es war der erste größere Rechner der Hochschule, hier bereits abgebaut noch im Rechenzentrum stehend: <a  class="popup" href="/shared/photos/rechnertechnik/1130-darmstadt.jpg"><b>[öffnen: IBM-Anlage noch im RZ]</b></a>.
     15        <p>Seit Dezember 2013 sind wir im Besitz einer schönen und auch sehr interessanten "Elektronischen Rechenanlage" von IBM. Dieser Typ wurde 1965 zum ersten Mal ausgeliefert. Die Anlage war vorwiegend für Wissenschaftler, Ingenieure und Mathematiker konzipiert. Auch für sehr viele Fachhochschulen war dieser Rechner der Einstieg in die elektronische Computerwelt. Die Mittel hierfür wurden schnell bewilligt, wenn man zeigte, dass damit nebenbei die gesamte Verwaltung der Hochschule auf EDV umgestellt werden konnte. So war unser Rechner ursprünglich der erste größere Rechner der Hochschule Darmstadt, die im Laufe der Zeit von einer "Staatlichen Ingenieurschule" bis zur "UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCE" avancierte. Hier bereits abgebaut im Rechenzentrum stehend: <a  class="popup" href="/shared/photos/rechnertechnik/1130-darmstadt.jpg"><b>[IBM-Anlage im RZ]</b></a>.
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    18         IBM schätzte bei der Einführung der 1130, dass in Deutschland insgesamt ca. 100 Stück davon vermietet (später auch verkauft) werden können. Doch es kam anders. Da die eingebaute Wechselplatte sowie die gesamte Anlage konkurrenzlos preiswert waren wurde ca. die Hälfte der ausgelieferten Systeme quasi "zweckentfremdet" kommerziell genutzt. Damit konnte der Absatz auf ca. 450 Stück (Deutschland) gesteigert werden. Je nach Ausbaustufe kostete die Monatsmiete der Anlage zwischen ca. 3500 DM bis 14500 DM. Das entsprach dem 3- bis 12-fachen Durchschnittsgehalt von 1970. Damit war die Rentabilität des Rechners recht hoch.
    19 <br>Die meisten weltweit verkauften Systeme hatten nur einen Kernspeicher mit 8K x 16 Bit. Die Erweiterung auf 2 x 8K x 16 Bit (linker Anbau) ist       daher deutlich seltener zu finden.
     18        IBM schätzte den Bedarf für Deutschland bei der Einführung der 1130 auf insgesamt ca. 100 Stück. Doch es kam anders. Da die eingebaute Wechselplatte sowie die gesamte Anlage konkurrenzlos preiswert waren wurde ca. die Hälfte der ausgelieferten Systeme quasi "zweckentfremdet" rein kommerziell genutzt. Damit konnte der Absatz auf ca. 450 Stück (Deutschland) gesteigert werden. Je nach Ausbaustufe kostete die Monatsmiete der Anlage zwischen ca. 3500 DM bis 14500 DM. Das entsprach dem 3- bis 12-fachen monatlichen Durchschnittsgehalt von 1970. Damit war die Rentabilität des Rechners recht hoch.
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    2121        IBM hat schon ab 1964/65 mit der <b>SLT</b>-Technik (Solid Logic Technology) die <b>SMD</b>-Technik entwickelt (SMD: Surface-Mounted-Device, deutsch: Oberflächenmontiertes Bauelement). Erst Mitte der 80er Jahre hat sich diese Technik mit den vielen Vorteilen langsam durchgesetzt. Siehe auch Reparatur-Blog vom 30.9.2014.<br>
     
    8080                <p>     Alle folgenden Bilder lassen sich vergrößern.<br><br>
    8181                In Bild 1 ist die Tastatur mit Kugelkopf-Schreibmaschine sowie die Konsole und das Anzeigepannel zu sehen. Die Tastatur ist keine Neuentwicklung sondern stammt aus dem Lochkartenstanzer 029 und dekodiert noch mechanisch.<br>
    82                 Die kleinstmögliche Anlagenkonfiguration ist ohne Zusatzspeicher (linker Teil der Front), ohne Drucker (1132), ohne Wechselplatte und arbeitet anstelle mit Lochkarten mit den preiswerteren Lochstreifen (siehe Bild 4). Das ist dann in etwa die Ausstattung einer Classic-PDP8 mit Teletype-Drucker und entsprechenden Lochstreifengeräten.
    83                 Da der aufwändige und komfortable Prozessor der 1130 damit restlos unterfordert ist, wurde diese Anlage in der Regel mit mehr Peripherie verkauft (vermietet).<br><br>
     82                Die kleinstmögliche Anlagenkonfiguration ist ohne Zusatzspeicher (linker Teil der Front), ohne Drucker (1132), ohne Wechselplatte und arbeitet anstelle mit Lochkarten mit den preiswerteren Lochstreifen (siehe Bild 4). <br>
     83                Doch der aufwändige und komfortable Prozessor der 1130 konnte viel mehr bieten zumal das Arbeiten mit Lochstreifen wenig komfortabel ist. Daher wurde die Anlage in der Regel mit anspruchsvollerer Peripherie verkauft bzw. vermietet. Sie war jederzeit erweiterbar und konnte so mit der Institution und deren Bedarf an EDV mitwachsen.<br><br>
    8484               
    8585                        Die Mechanik des Druckers 1132 wurde von der Tabelliermaschine IBM-407 aus den 50er Jahren abgeleitet und unter Beibehaltung der Druckqualität etwas vereinfacht. In Bild 2 zeigt ein Foto den Drucker mit allseits geöffnetem Gehäuse und entfernten Abdeckungen. So haben unsere Besucher auch während der Vorführung tiefe Einblicke in die archaische Technik.  Nach der Restauration sieht unser Drucker außen und innen wie aus dem Ei gepellt aus.<br>
    86                         Vorne sitzen 120 Elektromagnete zum Auslösen der entsprechenden Druckstellen, alles noch in großformatiger Mechanik, gebaut für die Ewigkeit und typisch für die 50er und frühen 60er Jahre.<br>
     86                        Vorne sitzen 120 Elektromagnete zum Auslösen der entsprechenden Druckstellen, alles noch in großformatiger Mechanik, gebaut für die Ewigkeit und typisch für die 50er und 60er Jahre.<br>
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    8888                        Er liefert mit 80 Zeilen pro Minute zwar ein gutes Druckbild doch wurde die Kombination von Hightech-Elektronik und langsamer Mechanik wohl nur im Hinblick eines günstigen Preises gewählt.
    8989                        Wem der Drucker zu langsam war konnte auch den IBM 1403 Schnelldrucker anschließen.<br><br>
    90                         Im Bild 3 ist ein kompletter 8K x 16 Bit Kernspeicherblock mitsamt der Ansteuer- und Auslese-Elektronik zu sehen. Wie die restliche Elektronik mit den SLT-Steckkarten ist auch die Speichereinheit sehr kompakt und deutlich weniger voluminös als bei allen Konkurrenten der damaligen Zeit. Hier setzte der Konzern, bekannt durch die vielen <a class="go" href="http://www.zdnet.de/88215861/ibm-sichert-sich-auch-2014-die-meisten-us-patente/" target="_blank">IBM-Patente</a>, ebenfalls Maßstäbe. Die abgebildete Streichholzschachtel dient zum Größenvergleich.<br><br>
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     91                        Im Bild 3 ist ein kompletter 8K x 16 Bit Kernspeicherblock mitsamt der Ansteuer- und Auslese-Elektronik zu sehen. Wie die restliche Elektronik mit den SLT-Steckkarten ist auch die Speichereinheit sehr kompakt und deutlich weniger voluminös als bei allen Konkurrenten der damaligen Zeit. Hier setzte der Konzern, bekannt durch die vielen <a class="go" href="http://www.zdnet.de/88215861/ibm-sichert-sich-auch-2014-die-meisten-us-patente/" target="_blank">IBM-Patente</a>, ebenfalls Maßstäbe. Die abgebildete Streichholzschachtel dient zum Größenvergleich. Die meisten weltweit verkauften Systeme hatten nur einen Kernspeicher mit 8K x 16 Bit. Die Erweiterung auf 2 x 8K x 16 Bit (linker Anbau) ist daher deutlich seltener zu finden.<br><br>
    9192                       
    9293                       
    9394                        Auch die gehören zu unserer Anlage: <b>Facit Lochstreifengeräte</b> (Bild 4).<br>
    9495                        Aufwickler Type 4015, Stanzer Type 4060, Leser Type 4001 und Stanzerelektronik Type 5104.<br>
    95                         Es war damals üblich, dass wissenschaftliche Rechner immer zusätzlich mit Lochstreifenperipherie ausgestattet war. Diese Geräte sind relativ unempfindlich, so dass man im Notfall darauf zurückgreifen konnte. Es war jedoch nicht möglich vom Lochstreifen aus Programme zu starten. Dafür musste eine extra Option eingebaut werden.<br>
     96                        Es war damals üblich, dass wissenschaftliche Rechner immer zusätzlich mit Lochstreifenperipherie ausgestattet waren. Diese Geräte sind relativ unempfindlich, so dass man im Notfall darauf zurückgreifen konnte. Es war jedoch nicht möglich vom Lochstreifen aus Programme zu starten. Dafür musste eine extra Option eingebaut werden.<br>
    9697                       
    9798                        Bild 5 zeigt die an die Anlage angeschlossen Ausgabegeräte wie Plotter und Terminal.<br>
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